Was geschieht bei der Entgiftung?

Alkoholentzug: Was geschieht bei der Entgiftungsbehandlung?

Wegen der Entzugsproblematik und der möglichen Komplikationen des Alkoholismus ist in vielen Fällen eine Entgiftung des Körpers in einem Krankenhaus unumgänglich. Eine stationäre Behandlung ist insbesondere dann notwendig, wenn ein längerer Alkoholmissbrauch und eine körperliche Alkoholabhängigkeit vorliegen. Sie sollten in jedem Fall den Rat eines Arztes einholen.

Einige Abhängige entgiften sich gelegentlich selbst. Von diesem sogenannten „kalten Entzug“ ist ohne die Befürwortung des behandelnden Arztes immer abzuraten, da es im Verlauf dieses Entzuges zu den o. g. Entzugssyndromen wie z. B. Krampfanfällen, Delirium tremens und den sogenannten Komplikationen des Alkoholismus (z. B. Alkoholhalluzinose oder Wernicke Enzephalopathie) kommen kann. In diesen Fällen besteht akute Lebensgefahr, der nur in einem Krankenhaus adäquat begegnet werden kann. Abgesehen davon halten viele Betroffene einen Selbstentzug einfach nicht durch und greifen wieder zur Flasche.

Medizinisch gesehen wird beim Entzug der Alkohol aus dem Körper entfernt. Dieser Prozess dauert nur wenige Tage, führt aber mit sinkendem Alkoholspiegel zu körperlichen Entzugserscheinungen, die bis zu 10 Tage und länger andauern können. In vielen Fällen erfolgt zu deren Überbrückung die Behandlung mit Beruhigungsmitteln. In einigen Kliniken erfolgt auch ein harter Entzug.

Da der körperliche Zustand vieler Abhängiger oft schlecht ist und bereits organische Schäden vorliegen, erfolgt im Rahmen der Entgiftung eine gleichzeitige medikamentöse Behandlung. Gelegentlich sind Infusionen nötig, damit der Organismus die Belastung überhaupt aushalten kann. In vielen Kliniken werden während der Behandlung auch erste therapeutische Maßnahmen (Gespräche, kreative Beschäftigungsangebote o.a.) durchgeführt.

Die Krankenkassen bewilligen für die reine Entgiftung zwischen 8 und 12 Tage, allerdings kann die Behandlung bei akuten körperlichen Schäden wesentlich länger dauern. Einzelne Kliniken führen unabhängig davon qualifizierte Behandlungen mit umfangreichen Therapiemaßnahmen und einer Dauer von bis zu 6 Wochen durch.

Nach der Behandlung ist der Patient „trocken“, aber oft noch nicht in der Lage, eine dauerhafte Abstinenzentscheidung zu treffen und einzuhalten. Aufgrund der Suchterkrankung ist in sehr vielen Fällen eine sich anschließende längere Entwöhnungsbehandlung notwendig.