Welche Aufgaben haben Suchtberatungsstellen und wie findet man sie?

Aufgaben der Suchtberatung und Suchtberatungsstellen und wie findet man Suchtberatungsstellen?

Deutschland verfügt über ein engmaschiges Netz von Suchtberatungsstellen. In der Regel gibt es allen größeren Städten Suchtberatungsstellen, die häufig in Gesundheitsämtern integriert sind. Die Gesundheitsämter können in jedem Fall Auskunft darüber geben, welche Suchtberatungsstellen es in ihrem Zuständigkeitsbereich gibt. Beratungsangebote gibt es auch zunehmend im Internet.

Die Beratungsstellen wahren grundsätzlich die Anonymität der Betroffenen. In ihnen sind erfahrene Suchtberater oder Psychologen tätig, die sowohl die Betroffenen als auch die Angehörigen in persönlichen Gesprächen beraten und unterstützen. Sie klären die Betroffenen über Suchterkrankungen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen auf, sprechen über die gegebenenfalls notwendigen Maßnahmen zu Veränderungen in der Lebensweise und beantragen auch Klinikaufenthalte für Entgiftungsbehandlungen und Entwöhnungsbehandlungen bzw. andere Maßnahmen, wie z. B. betreutes Wohnen. Natürlich muss ein Arzt/Ärztin einen Klinikaufenthalt anordnen. Dabei entscheidet der Abhängige, ob er die gebotene Hilfe annimmt. Er selbst muss bereit sein, sein Leben zu ändern. Suchtberatungsstellen und andere vergleichbare Einrichtungen können dabei nur Unterstützung geben und mögliche Wege aufzeigen.

Darüber hinaus bieten einige Beratungsstellen auch ambulante Therapien an. Es gibt Schulungen für Kraftfahrer, die aufgrund von Alkoholproblemen ihren Führerschein verloren haben (Führerscheinentzug) oder andere Hilfen wie z. B. Informationsmaterial über Suchterkrankungen.

Da die Abhängigen neben ihrer Sucht in der Regel noch andere Schwierigkeiten haben, wie zum Beispiel Wohnungsprobleme, Schulden, Probleme in der Familie, informieren Beratungsstellen auch hier über entsprechende Hilfsmöglichkeiten und die jeweils zuständigen Institutionen.

Der Weg in eine Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppe ist für Abhängige und Betroffene häufig schwer. Schließlich heißt es, einen Fremden in das Suchtproblem oder die Sucht einzuweihen. Die Befürchtung, andere könnten etwas davon erfahren, ist aber unbegründet, da wie oben erwähnt in allen Hilfseinrichtungen Verschwiegenheit eines der obersten Gebote ist. Niemand erfährt die Inhalte von Beratungsgesprächen, auch dann nicht, wenn es um illegale Drogen geht. Häufig besteht auch die Angst davor, von Bekannten auf dem Weg zur Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppe gesehen zu werden, abgestempelt zu werden und ins Gerede zu kommen. Wenn es Ihnen leichter fällt und Sie das Gefühl größerer Anonymität haben, suchen Sie die Beratungsstelle in einer Nachbarstadt auf.