Was versteht man unter Blutalkoholkonzentration?

Die Blutalkoholkonzentration (BAK) ist die Alkoholmenge, die nach dem Alkoholgenuss im Körper vorhanden und messbar ist. Die BAK wird in Promille angegeben. Mit dem in Promille ausgedrückten Blutalkoholwert wird die in 1000 ml Blut enthaltene Alkoholmenge in Gramm ausgedrückt. Der Wert 1,0 Promille besagt, dass in einem Liter Blut ein Gramm Alkohol enthalten ist.

Ein Promille im menschlichen Blut bezeichnet demnach das Mischungsverhältnis von einem Teil Alkohol auf 1.000 Teile Körperflüssigkeit. Die Menge der Körperflüssigkeit ist vom primär von dem Gewicht eines Menschen abhängig. Der Flüssigkeitsanteil bei Männern beträgt etwa 70 %, bei Frauen etwa 60 % des Körpergewichtes. Bei gleicher konsumierter Alkoholmenge und gleichem Körpergewicht ist also der Blutalkoholgehalt von Frauen höher als bei Männern. Dies liegt im wesentlichen an dem höheren Fettgehalt und dem geringeren Wasserverteilungsraum des weiblichen Körpers.

Ein Mann mit einem Gewicht von 85 kg hat etwa 85 x 0,7 = 60 l = 60.000 ml = 60.000 g Körperflüssigkeit. Um bei diesem Mann eine BAK von 0,5 Promille messen zu können, muss dieser 30 g Alkohol trinken.

Zur näherungsweisen Berechnung der Blutalkoholkonzentration wird die sogenannten Widmark-Formel verwendet. Mit dieser von Widmark 1932 aufgestellten Beziehung kann die maximale Blutalkoholkonzentration c aus der aufgenommenen Alkoholmenge A in Gramm und dem Körpergewicht p gemäß folgender Formel berechnet werden. In dieser Formel ist r der sogenannte Reduktionsfaktor für den Flüssigkeitsanteil.

Berechnungsformel für die BAK nach Widmark
c = A / (p x r) [‰]
A = aufgenommener Alkohol in Gramm
p = Körpergewicht in Kilogramm
r = Reduktionsfaktor 0,7 beim Mann
0,6 bei der Frau

Neuere Ansätze zur Berechnung der BAK berücksichtigen zusätzlich zur Körpermasse des Menschen noch die Körpergröße und das Alter. So stellte Watson im Jahre 1981 eine Beziehung zur Berechnung der maximalen Blutalkoholkonzentration auf, in der auch die Körpergröße und das Alter eingehen. Darin ist A die aufgenommene Alkoholmenge in Gramm und GKW der sogenannte Ganzkörperwasseranteil, der für die Alkoholverteilung zur Verfügung steht. Die GKW-Werte werden für Frauen und Männer unterschiedlich nach den folgenden empirisch ermittelten Beziehungen bestimmt:

Frauen:

GKW(Frauen) = -2,097 + 0,1069 x h [cm] + 0,2466 x m [kg]

h = Körpergröße in [cm]; m = Gewicht in kg

Männer:

GKW(Männer) = 2,447 – 0,09516 x t [Jahre] + 0,1074 x h [cm] + 0,3362 x m [kg]

t = Alter in Jahren; h = Körpergröße in [cm]; m = Gewicht in kg

Berechnungsformel für die BAK nach Watson
c = 0,8 x A /(D x GKW) in [‰]
A = aufgenommener Alkohol in Gramm
GKW = Ganzkörperwasseranteil (siehe oben)
D = Dichtes des Blutes in g/cm3, im Mittel 1,055 g/cm3

Der Anstieg und die Höhe der Blutalkoholkonzentration sind in erheblichem Maße vom Trinkverlauf abhängig. Bei einem normalem Trinkverlauf, d. h. der Trinkende bleibt unter einer Alkoholbelastung von 0,5 bis 0,8 Gramm Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht und Stunde, steigt die Blutalkoholkonzentration gleichmäßig an. Bei forciertem Trinken oder Sturztrinken, d. h. wenn die Trinkmenge im Verhältnis zur Trinkzeit sehr groß ist, wird zunächst nur eine geringe Alkoholmenge resorbiert, die dann sehr schnell ohne weiteres Trinken ansteigt und zu erheblichen Ausfallerscheinungen führen kann.

Welche Alkoholmengen sind ungefährlich für die Gesundheit?

Bislang gibt es in Deutschland keine allgemein anerkannten Festlegungen und Empfehlungen für einen gesundheitlich ungefährlichen Alkoholkonsum. Angesichts der schwerwiegenden Folgeerkrankungen eines zu hohen bzw. übermäßigen Alkoholkonsums wie z. B. einer Leberzirrhose, Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Polyneuropathien aber auch bestimmte Krebserkrankungen, wäre eine Empfehlung von Trinkmengen in einem Land mit hohem Alkoholkonsum und hohen volkswirtschaftlichen Aufwendungen für die Folgen des Alkoholkonsums von großer Wichtigkeit für die Volksgesundheit und Volkswirtschaft.

Wie bereits im Kapitel Folgeerkrankungen des Alkoholismus ausgeführt, kommt es zu einer Schädigung der Leber, wenn die täglichen Trinkmengen durchschnittlich 60 g Alkohol bei Männern oder 30 g bei Frauen überschreiten. Selbst ein täglicher Alkoholkonsum bei Männern von 40 g bedeutet keinen risikolosen Alkoholkonsum, sondern eine deutliche Gefährdung, vor allem für das Gehirn. Bei Frauen genügt bereits ein täglicher Alkoholkonsum von 20 g über einen längeren Zeitraum, um die Wahrscheinlichkeit einer schweren Leberschädigung zu erhöhen (Schneider, 1997). 20 g Alkohol bedeutet: 0,5 Liter Bier oder ein Viertel Liter Wein (siehe Tabelle 1). Für einen mit Sicherheit ungefährlichen Alkoholkonsum schlägt die WHO maximale Trinkmengen von 7 g pro Tag vor.

In der Praxis sind die Bundesbürger von dieser Trinkmenge allerdings weit entfernt. Nach Angaben der deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (DHS) konsumierten insgesamt 5,8 Millionen Personen (3,8 Millionen Männer und 2,0 Millionen Frauen) mehr als 40 g (Männer) und mehr als 20 g (Frauen) Reinalkohol pro Tag.

Tabelle 1: Alkoholgehalt unterschiedlicher alkoholischer Getränke

Getränk Alkoholgehalt Alkoholgehalt Alkoholgehalt Glasvolumen Alkoholgehalt
Vol-% ml/l g/l l g pro Glas
Bier   ca. 5 50 40 0,200 8
Wein ca. 10 100 80 0,125 10
Sekt ca. 12 120 96 0,100 9,6
Likör ca. 30 300 240 0,040 9,6
Schnaps, Korn ca. 32 320 256 0,040 10,2
Wodka, Whisky, Rum, Weinbrand ca. 40 400 320 0,040 12,8
Himbeergeist, Obstbrände ca. 45 450 360 0,040 14,4

Das Volumen wird üblicherweise in Liter (1.000 ml) und die Alkoholmenge in Gramm angegeben.

Wasser hat ein spezifisches Gewicht von 1.000 g/l, d. h. 1.000 ml Wasser (1 l) wiegen genau 1.000 g (1 kg). Alkohol hat ein spezifisches Gewicht von 790 g/l, d. h. er ist leichter als Wasser. Ein Liter Alkohol (1.000 ml) wiegt demnach nur rund 800 g (0,8 kg). In einem Liter Bier mit einem Alkoholgehalt von 5 Volumenprozent sind 50 ml Alkohol enthalten. Dies entspricht einem Alkoholgewicht von 40 g. Der Wert für das Alkoholvolumen in ml ist also jeweils mit 0,8 zu multiplizieren, um den Wert für das Alkoholgewicht in g zu erhalten.

Daraus ergibt sich die allgemeine Berechnungsformel für den Alkoholgehalt eines Getränkes:

Volumen des Glases in ml x Alkoholgehalt in Vol.-% x 0,800 g/ml mit 1 ml = 1 cm3.

Beispiele:

0,5 l Bier = 500 ml x 5/100 x 0,8 g/ml = ca. 20 g Alkohol

0,2 l Wein = 200 ml x 10/100 x 0,8 g/ml = ca. 16 g Alkohol

Zur Überprüfung Ihres Alkoholkonsums können Sie den nachfolgend aufgeführten sogenannten CAGE-Test durchführen. Dieser Test wurde von der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) übernommen. Er gibt Aufschluss darüber, ob Ihr Alkoholkonsum problematisch ist oder nicht. Beantworten Sie bitte jede Frage mit ja oder nein und zählen die mit ja beantworteten Fragen zusammen. In dem unteren Teil Tabelle finden Sie die Auswertung, d. h. Sie erhalten Aufschluss darüber, ob Ihr Alkoholkonsum gesundheitsschädigend ist oder nicht. Der Test hat nach Angaben der SFA eine sehr hohe Aussagekraft.

 

Alkoholkonsum vermindern? Hatten Sie auch schon das Gefühl, dass Sie Ihren Alkoholkonsum reduzieren sollten?
Aufregung über Kritik? Hat es Sie auch schon aufgeregt, wenn andere Leute Ihr Trinkverhalten kritisierten?
Gewissensbisse? Hatten Sie wegen Ihres Alkoholkonsums auch schon Gewissensbisse?
Morgendliches Trinken? Haben Sie morgens, nach dem Erwachen, auch schon als erstes Alkohol getrunken, um Ihre Nerven zu beruhigen oder den Kater loszuwerden?
Die Wahrscheinlichkeit (positiver prädiktiver Wert 2,5), dass bei einer Testperson ein Alkoholmissbrauch oder eine Alkoholabhängigkeit vorliegt, beträgt:
62 % wenn 1 Fragen mit ja beantwortet wurde
82 % wenn 2 Fragen mit ja beantwortet wurden
99 % wenn 3 Fragen mit ja beantwortet wurden
mehr als 99 % wenn 4 Fragen mit ja beantwortet wurden

Hinweise zum Umgang mit Alkohol – Was ist Alkohol und welche Wirkungen hat Alkohol?

Was ist Alkohol und welche Wirkungen hat Alkohol?

 

Die Chemie unterscheidet eine Vielzahl verschiedener Alkohole. Alkohol, der in Getränken (Bier, Wein oder Schnaps) enthalten ist, wird als Ethanol oder Ethylalkohol (früher: Äthanol) bezeichnet und besteht aus einem Sauerstoffatom, zwei Kohlenstoffatomen und sechs Wasserstoffatomen (C2H5OH). Ethanol ist eine wasserlösliche, farblose, bitter schmeckende Flüssigkeit, die mit blauer Flamme verbrennt. Ethanol ist leichter als Wasser und verdampft bereits bei 79 ° Celsius.

In der Natur entsteht Ethanol durch Gärung. Bei diesem Vorgang werden verschiedene Zucker durch Mikroorganismen (Hefen) in Ethanol und Kohlendioxid umgewandelt. Trinkalkohol darf nur durch Hefegärung von Pflanzenteilen, Melasse, Stärke oder Zucker gewonnen werden. Technischer Alkohol kann auch synthetisch hergestellt werden. Ethanol ist leicht löslich in Wasser, Ölen und Fetten. Er löst sich auch im menschlichen Körper leicht im Blut und diffundiert ungehindert durch die Zellmembranen.

Ethylalkohol ist ein Zellgift, das bereits bei einer langfristigen täglichen Aufnahme etwa 10 g u. a. das Nervensystem und die Körperorgane schädigen kann. Bei einer täglichen Aufnahme von etwa 40 g treten diese Schäden mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auf.

Alkoholische Getränke werden nicht nur wegen ihres Geschmackes, sondern auch wegen der gesellschaftlichen Akzeptanz und der Wirkungen des Alkohols getrunken. Alkohol wirkt beruhigend auf das Zentralnervensystem, hilft Angst und Hemmungen zu überwinden, Minderwertigkeitsgefühle, Spannungen und Furcht vor einem Versagen zu verringern, Freude zu verstärken und Einsamkeit zu mildern. Geringe Mengen alkoholischer Getränke wie z. B. 0,2 Liter Bier oder 0,1 Liter Wein wirken anregend, bei höheren Mengen wirkt der Alkohol dämpfend auf das Zentralnervensystem.

Der Alkoholstoffwechsel im menschlichen Körper verläuft in den Phasen Resorption (Alkoholaufnahme), Distribution (Verteilung des Alkohols im Körper) und Elimination (Alkoholabbau):

Resorptionsphase
Der beim Alkoholkonsum aufgenommene Alkohol gelangt über die Speiseröhre in den Magen und den Dünndarm. Etwa 10 bis 20 Prozent der getrunkenen Alkoholmenge werden von der Magenschleimhaut und 80 bis 90 Prozent von der Darmschleimhaut resorbiert. Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften (leichte Löslichkeit) gelangt der resorbierte Alkohol direkt in den Blutkreislauf. Die Aufnahmegeschwindigkeit des Alkohols wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst: Konzentrierter Alkohol, größere Alkoholmengen, warme, heiße, kohlendioxidhaltige Getränke oder ein leerer Magen bewirken eine schnellere Resorption. Schnelles Trinken bewirkt eine große Resorption und kann zu erheblich stärkeren Ausfallerscheinungen führen als langsames Trinken.

Distributionsphase
Parallel zur Resorption wird der Alkohol über den Blutkreislauf und durch Diffusion im Körper verteilt. Dabei gelangen etwa 96 Prozent in das Wasser des menschlichen Körpers und bis zu 4 Prozent in das Fettgewebe. Der in das besonders stark durchblutete Gehirn gelangende Alkohol lähmt u. a. die Nervenzellen, was z. B. zu einer verminderten Leistungsfähigkeit führt. Etwa 30 bis 60 Minuten nach dem Alkoholkonsum erreicht der Blutalkoholspiegel ein Maximum. Etwa 60 bis 90 Minuten nach dem letzten Glas ist die Verteilung im Körper normalerweise abgeschlossen. Die Alkoholkonzentration im Gehirn und in der Atemluft entspricht der Konzentration des Alkohols im Blut. Besonders niedrig ist die Alkoholkonzentration in der Leber, weil dort der Alkoholabbau stattfindet.

Eliminationsphase
Wegen der Zellgiftigkeit, versucht der menschliche Körper, den Alkohol sehr schnell wieder auszuscheiden. Etwa 5 Prozent werden mit der Atemluft, dem Schweiß und dem Urin ausgeschieden, etwa 95 Prozent werden in der Leber abgebaut. Der Umsatz erfolgt durch Oxidation über Acetaldehyd zu Essigsäure, Wasser und Kohlendioxid. Daran ist vorwiegend das in der Leber konzentrierte Enzym Alkoholdehydrogenase (ADH) beteiligt.

Wegen des langsamen Umsatzes des Alkohols ist die Eliminationszeit wesentlich länger als die Resorptionszeit, d. h. die Abbaugeschwindigkeit ist wesentlich langsamer als die Aufnahmegeschwindigkeit. Nach Feuerlein (1979) erfolgt der Alkoholabbau weitgehend gleichmäßig mit einem konstanten Wert von durchschnittlich 0,100 Gramm Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht für Männer und 0,085 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht für Frauen pro Stunde. Unter der Berücksichtigung unterschiedlicher Körperwasserkonzentrationen ergibt das eine relative Abnahme von 0,10 bis 0,20 Promille pro Stunde. Feuerlein nennt in diesem Zusammenhang einen Wert von 0,15 Promille pro Stunde. Bei der Rückrechnung des Blutalkoholwertes im Zusammenhang mit Verkehrsdelikten wird in Deutschland eine untere Grenze von 0,10 Promille pro Stunde angenommen. Anhand dieser Werte sind die minimale und mittlere Verminderung des Alkoholspiegels in Promille für X Stunden nach dem Alkoholkonsum zu errechnen.

0,10 x Zeit in Stunden = minimale „BAK“-Abnahme in Promille

0,15 x Zeit in Stunden = durchschnittliche „BAK“-Abnahme in Promille

Im Durchschnitt werden nur etwa 0,10 bis 0,15 Promille pro Stunde ausgeschieden bzw. auf enzymatischem Wege umgesetzt. Diese Abbaurate ist unabhängig von Geschlecht, Alter, Schlaf, körperlicher Arbeit, verstärkter Atmung sowie Harnausscheidung und ist auch durch Medikamente kaum beeinflussbar.